Was ist ein guter Lehrer? Nur Wissensvermittler zu sein, reicht nicht aus. Um Kindern die Freude am Lernen zu erschließen, muss er auf jeden Fall ein geschickter Manipulator sein. Das war schon immer so. Seit der ersten PISA-Studie jedoch wird dem Lehrer die Verantwortung zugeschoben, allen Schülern den gleichen Bildungserfolg zu sichern. Wie kann ein Lehrer einem Kind aus „bildungsfernem Haushalt“, das mit sechs Jahren über einen Sprachschatz von knapp hundert Wörtern verfügt und nicht eine Minute stillsitzen kann, den gleichen Bildungsabschluss ermöglichen, wie einem im Elternhaus optimal geförderten Kind, das bei der Einschulung über eine große Sprach- und Sozialkompetenz verfügt? Es wird kaum gelingen. Zu unterschiedlich sind die Startrampen. Um diese polarisierenden Entwicklungen auszugleichen, müsste Bildungspolitik früher ansetzen. Viele konventionell ausgebildete Lehrer sind damit überfordert, die nötige Sozialarbeit zu leisten, die die Bildungsarbeit erst ermöglicht. Dieses Buch hilft Studienanfängern bei der Entscheidung für das Lehramt. Lehrern gibt es Anregungen, ihren Alltag und schwierige Situationen zu bewältigen. Bildungspolitikern macht es Vorschläge, wie man Ressourcenverschwendung durch falsche Zielsetzung vermeidet. Denn es muss aufhören, dass über 90 Prozent der Lehrer vorzeitig aus dem Dienst ausscheiden.
Was für ein Schaden für unsere Volkswirtschaft.